Viele Greenwashing-Vorwürfe entstehen nicht durch absichtliche Täuschung, sondern durch Formulierungen, die mehr versprechen als die Datenlage hergibt. Absolute Aussagen wie „klimaneutral“ oder „plastikfrei“ wirken stark – und ziehen Nachfragen nach Systemgrenzen, Kompensation und Ausnahmen nach sich.
In der Redaktionsarbeit ersetzen wir Superlative durch Bezugspunkte: Zeitraum, Produktlinie, Messmethode. Statt „unsere Verpackung schützt die Meere“ reicht oft „seit 2024 besteht die Primärverpackung der Linie X zu 80 Prozent aus recyceltem PET; der Verschluss bleibt konventionell“. Die zweite Version klingt weniger heroisch, hält aber einer Fachfrage stand.
Ein zweiter Stolperstein sind Naturmetaphern ohne Bezug zur Lieferkette. Grüne Farbwelten und Waldmotive ersetzen keine Auskunft darüber, was sich am Produkt oder Prozess geändert hat. Prüfen Sie vor der Freigabe: Welche konkrete Veränderung beschreibt der Satz? Wer kann den Beleg innerhalb von 24 Stunden liefern?
Empfehlung für Teams: Führen Sie eine kurze Claim-Liste mit Spalten für Aussage, Beleg, Verantwortliche und Verfallsdatum. Was nicht belegt ist, gehört nicht in die Headline – höchstens in die Pipeline für die nächste Messung.